Bunkerkirche in D-Heerdt (Am Handweiser), 40549 Düsseldorf - Heerdt (2009)
hochgeladen von:
Thomas Bernhardt Thomas Bernhardt
4021 mal angesehen.

Bunkerkirche in D-Heerdt (Am Handweiser)

Heerdt


"Bunkerkirche am Handweiser", im März 1995 zum Baudenkmal ernannt. Sie gilt auch als die stabilste Kirche der Welt. Sie ist in ihrer Bauart, aus einem unzerstörbaren Luftschutzhochbunker des 2. Weltkrieges herausgeschlagen, wohl einzigartig. Genauso einmalig, wie das Engagement des unermüdlichen Pfarrers Dr. Carl Klinkhammer, der den Bau dieser Bunkerkirche "St. Sakrament" gegen Widerstände der Britischen Besatzung und auch der eigenen Bischofskirche in den Jahren 1948/49 verwirklichte. Begonnen hat die Geschichte der Kirche mit der Beschlagnahmung des Grundstückes, das 1928 von der Gemeinde zum Bau einer Kirche erworben wurde. Hier wurde dann (1941-1943) mit dem Bau eines Hochbunkers als Schutz vor Luftangriffen begonnen. Neben dem Bunker wurde eine Baracke als "Notkirche" errichtet. Der 1947 zum Pfarrer von St. Sakrament ernannte Dr. Carl Klinkhammer, Monsignore Dr. Carl Klinkhammer, seelsorgerisch und sozial engagiert, war Sanitätssoldat, "roter Ruhrkaplan", in Nazihaft, Begründer der Düsseldorfer Mittwochgespräche. Seine Friedensvision nach den Worten des Propheten Jesaja (2,4) "Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen" wurde damit in die Tat umgesetzt. bisher Kaplan in Bonn, konnte nun nach dem Zweiten Weltkrieg die Idee verwirklichen, ein militärisches Objekt zu friedlichen-sakralen Zwecken umzubauen. Nach den Umbauplänen von Dombaumeister Willy Weyres (Köln) wurden in das militärische Beutegut 1948-1949 die Fensteröffnungen gesprengt und 3 Etagen der ehemaligen Bunkerzellen mit viel Eigenarbeit entfernt. Der jetzige, lichtdurchflutete, schlichte Kirchenraum ist 35 m lang, 20m breit und 9m hoch. Am 30. Okt. 1949 wurde die wahrscheinlich sicherste Kirche der Welt von Josef Kardinal Frings konsekriert. So war es ja vor der Beschlagnahmung auch geplant. Passend zu dem Begriff "Handweiser" steht die Figur des Heilands mit ausgebreiteten Armen vor der Kirche und weist so allen Wanderern den Weg. Teilweise auf dem Gelände der heutigen Bunkerkirche und dahinter bestand nach dem Ersten Weltkrieg von 1920 - 1926 ein belgisches Militärlager, nachdem die Unterbringung belgischer und französischer Besatzungssoldaten immer schwieriger wurde. Um Exerzierplätze herum wurden steinerne Flachbauten für Unteroffiziere und Mannschaften gebaut, an der Heerdter Landstraße standen zweigeschossige Wohnbauten für belgische Offiziere und Beamte. Nach dem Abzug der Besatzungstruppen übernahm die Stadt Düsseldorf das Gelände und die Bauten. Es entstand die "Siedlung Grünau" mit Lebensmittelgeschäften, Kindergärten, Badeanstalt, katholischer Kirche - aber keine Kneipe. Viele der Steinbaracken wurden im 2. Weltkrieg durch Bomben zerstört. Viele ausgebombte Familien lebten dann in dem Luftschutzhochbunker. Beim Bau der neuen "Grünau" wurden auch die restlichen Baracken abgerissen und wichen den neuen Wohnhäusern. Heute ist die Bunkerkirche eine Begegnungsstätte nicht nur für kirchliche Besucher zu Gottesdiensten sondern auch als Treffpunkt, die die Friedensbotschaft unter den Menschen und Kulturen aller Konfessionen / Religionen pflegen und fördern wollen. Musiker, Journalisten, Politiker, Wissenschaftler und Künstler. Hier sei z.B. besonders auf die Arbeiten des Bildhauers Bert Gerresheim hingewiesen. Mit dem Glockenturm der denkmalgeschützten Kirche, der in den Himmel zeigt, hat dieser Verkehrsknotenpunkt einen weiteren Wegweiser, der den Begriff "Handweiser" zusätzlich untermauert. Text: Thomas Bernhardt Copyright!

Weitere Fotos von Thomas Bernhardt