61. Schauspielhaus, Kasernenstr., 40213 Düsseldorf - Altstadt (1930)
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Simonc Simonc
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61. Schauspielhaus

Kasernenstr. (40213 Altstadt)


Da liegt auch eine der ersten Bühnen Deutschlands, das Düsseldorfer Sohauspielhaus. Zweimal im Gang den Jahrhunderts ist Düsseldorfs Schauspiel jenseits der Grenzen der Stadt zu Ruhm und Bedeutung gekommen. In den Tagen des Abstiegs, in denen in Residenzen Höflinge als Intendanten mit Oper und reichem Ballett der Laune der Fürsten sich fügten und in Provinzen Pächter als Direktoren mit Singspiel und Posse der Menge gehorchten, bot Karl Immermanns eiserner Wille das tätige Vorbild einer im kleinen vollendeten Bühne, über sich nur den Dichter als Herrn, neben sich niemand duldend, schuf er an seinem Theater wieder die Oberhoheit eines Geistes, deren die deutsche Bühne seit Goethe zu ihrem Schaden entriet. Siebzig Jahre darauf fiel der Stadt zum anderen Male das freundliche Los, Schauplatz einer Erneuerung deutschen Theaters zu werden. In Weimar hatten die 1932 verstorbene Luise Dumont und Gustav Lindemann den Gedanken geäussert, große Dichtungen mit erlesenen Schauspielern aufzuführen. Durch einen Zufall fiel das Augenmerk auf das seit der Jahrhundertwende stürmisch aufstrebende Düsseldorf. Nach Plänen von Bernhard Gehring entstand innerhalb eines Jahren dieser Bau, der als Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Direktion Dumont-Lindemann an 29. Oktober 1905 mit Hebbels "Judith" die Pforten öffnete. Das Regie-Ideal hat sich in einem Vierteljahrhundert auf der Schaubühne oftmals gewandelt und es ist auch auf der Szene des Schauspielhauses nicht immer das gleiche geblieben. Von einer einzigen Forderung aber ist man an dieser Stelle niemals gewichen: von dem Respekt vor der Absicht den Dichters. Je mehr die Bühnenkunst in eine Vielheit von Künsten zerfiel, um so mehr hat diesen Haus nach einer Arbeitsgemeinschaft nach geschlossener Form und harmonischer Rundung gestrebt.

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