Bismarck Denkmal vor der Kunsthalle, Grabbeplatz, 40213 Düsseldorf - Altstadt (1905)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Düsseldorfer Denkmäler

Bismarck Denkmal vor der Kunsthalle - Düsseldorfer Denkmäler

Grabbeplatz (40213 Altstadt)


Schon zu Lebzeiten des "Eisernen Kanzlers" Otto von Bismarck (1815-1898) wurden ihm viele Denkmäler in Stein und Bronze gesetzt. (Die ersten ab 1868) Er galt als der eigentliche Schöpfer des deutschen Nationalstaates, des "Deutschen Reiches". Lange Zeit wurde er wegen dieser Leistung, die er im Wesentlichen durch drei Kriege, die sog. Eingungskriege, durchgesetzt hatte, sehr positiv verehrt. Seit der Mitte des 20. Jhdts. sieht man ihn aber auch kritisch als den eigentlichen Verhinderer demokratisch freiheitlicher Strukturen in Deutschland. Diese reaktionäre Haltung, die letzlich die Entwicklung freiheitlich-demokratischen Denkens auf der Basis von Grundrechten unterdrückte, ist eine der Ursachen für das Scheitern der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik.

Dass Düsseldorf ein Denkmal des Kanzlers brauchte, war für eine Stadt von ihrer Bedeutung klar und so wurde er in Bronze im Jahre 1899 vor der Kunsthalle auf einen granitenen Sockel gestellt. Ihm zu Füßen zwei weitere Bronzefiguren, links ein Krieger als Sýmbol für das kriegerische Vorgehen vor der Einigung der deutschen Staaten, rechts eine Frau mit einem Hammer in der Hand und den Fuß auf einen Anker gestützt als Symbol für die Schaffenskraft der Menschen an Rhein und Ruhr, prosperierende Wirtschaft und Industrialisierung.

Im Hintergrund erhebt sich die alte Kunsthalle. Denkmal und Museum standen auf dem Friedrichplatz (heute Grabbeplatz).

Heute steht der alte Kanzler auf dem Martin-Luther-Platz zusammen mit den Denkmälern von Wilhelm I. und des Generals Moltke (von dem allerdings nur der Sockel übrig blieb.)

Weitere Fotos aus dem Album "Düsseldorfer Denkmäler"


Die Zeit des Kaiserreiches von 1871 bis 1914 war eine denkmalverrückte Zeit. Überall im Deutschen Reich wurden Unmengen von Bronze und hartem Stein zu Skulpturen von Landesfürsten, Herrschern und ihren Epigonen  geformt, aufgestellt und mit Begeisterung eingeweiht.

Die Hohenzollernherrscher Wilhelm I. sein Sohn Friedrich III. und besonders der Enkel Wilhelm II. wurden in fast jeder Stadt mit Denkmälern geehrt.

Auch in Düsseldorf gab es diverse Beispiele der gründerzeitlichen Denkmalkunst. Kaiser Wilhelm I. als Reichsgründer und seine als getreue Paladine bezeichneten wichtigsten Helfer, Bismarck und Moltke, wurden in Bronze gegossen und auf steinerne Sockel gestellt.

Das vorliegende Album zeigt die Denkmäler der drei in Fotos, die um die Jahrhundertwende entstanden sind.