Wilhelm-Marx-Haus, 40213 Düsseldorf - Altstadt (2005)
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Thomas Bernhardt Thomas Bernhardt
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Wilhelm-Marx-Haus

Altstadt


Das Wilhelm-Marx-Haus ist heute ein Büro- und Geschäftshaus in der Düsseldorfer Stadtmitte. Es liegt an der Heinrich-Heine-Allee, der damaligen Alleestraße (bzw. dem Hindenburgwall). Es war 1924 nach Fertigstellung mit 57 Metern Höhe und zwölf überirdischen Stockwerken das erste Büro-Hochhaus in Deutschland und ist seitdem ein Wahrzeichen der Stadt. Zu Ehren des ehemalige Düsseldorfer Oberbürgermeister Wilhelm Marx (1851-1924) wurde das Hochhaus nach ihm benannt, der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Modernisierung der Stadt einsetzte. Das Wilhelm-Marx-Haus ist seit dem 3. Dezember 1984 in der Denkmalliste der Stadt Düsseldorf eingetragen. Anfang der 1920er Jahre beschäftigte man sich in Deutschland mit der Frage, ob Hochhäuser in Deutschland benötigt werden und ob man dem Trend der amerikanischen Großstädte folgen wolle. Die Stadt Düsseldorf wollte Hochbauten als ein Zeichen von Fortschritt und wirtschaftlichem Aufschwung schaffen und damit verhindern, dass Firmen in andere Städte abwanderten. Im Herbst 1921 hat die Stadtverwaltung einen Wettbewerb für ein "Bürohaus am Alleeplatz" ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam der Architekten Wilhelm Kreis, Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Mit dem Bau des Gebäudes wurde dann 1922 begonnen. Es besteht aus einem zwölfgeschossigen Hochbau und mit zwei sechsgeschossigen Seitenflügeln. Die Stahlbetonkonstruktion ist mit Muschelkalk und roten Backsteinziegeln verkleidet. Das ganze Gebäude ist von Arkaden umgeben, die im Bereich des Hochbaus offen sind. Die beiden oberen Geschosse des Turmbaus haben eine geringere Höhe und kleinere Fenster. Die Turmspitze hat ein Kegeldach. Die Balustrade wurde mit sich überlagernden Spitzbögen gestaltet. Das Gebäudes war in allen Stockwerken mit Warmwasserheizung und Warmwasserversorgung sowie einem aufwendigen Entlüftungssystem ausgestattet. Und es waren ein Paternosteraufzug, ein herkömmlicher Personenaufzug sowie zwei Lastenaufzüge installiert. Nach Fertigstellung1924 galt das Wilhelm-Marx-Haus laut zeitgenössischer Presse als "Das höchste Eisenbetonbauwerk in Europa". Bei den Luftangriffen im zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude im Juni 1943 stark beschädigt, allerdings nicht vollständig zerstört, so dass es nach dem Krieg wieder genutzt werden konnte. Im Wilhelm-Marx-Haus hatte sich die Düsseldorfer Börse einquartiert und in den späten 1960ern diverse ‚àö√ëmter der Stadt Düsseldorf. Die Plattform der Maßwerkgalerie war lange Zeit ein Aussichtspunkt für Besucher, mit Blick über die ganze Stadt. Heute nutzen drei Banken die Büroflächen . Zudem befindet sich im neuen Gebäude-Anbau (1984) auch das zum Forum Freies Theater gehörende "JuTA" (Junges Theater in der Altstadt) mit einer kleinen Bühne. Das Kino "Black Box" ist von dort aus ins Filmmuseum umgezogen. Von 1982 bis 1984 wurde ein Seitenflügel im Rahmen des U-Bahn-Baus in Richtung Kasernenstraße verlängert, wodurch hinter dem Gebäude ein großer Innenhof entstand. Während des Umbaus entstand auch eine Tiefgarage. Bis 1988 war die Stadt Düsseldorf der Träger vom Wilhelm-Marx-Haus, das dann an die französische Gruppe "Pierre Premier" in Paris verkauft wurde. Der neue Eigner unterzog das Gebäude dann 1991/1992 noch einmal einer Grundsanierung. Seit dem Jahr 2001 betreibt und verwaltet das Gebäude der deutsche Eigen-tümer, die zur Sparkassengruppe gehörende Düsseldorfer WestInvest.

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