Bürgerhaus..., Düsseldorf
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Thomas Bernhardt Thomas Bernhardt
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Bürgerhaus...


...das alte Rathaus an der Mittelstraße. Eröffnet 1900, Architekt: Furthmann. Davor mit den roten Sonnenschirmen: das Cafè EXTRABLATT. Weitere Infos folgen.... Die Straße „Am Rathaus“ bezieht sich auf das alte Hildener Rathaus, jetzt „Bürgerhaus“ genannt. Aber heute auch auf das neue Rathaus, denn beide liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Die Straße ist ein Teilstück der älteren Mettmanner Straße, die heute von der Hochdahler Straße nur noch bis zur Berliner Straße führt. Früher reichte sie bis zur Mühlenstraße. Dieses Teilstück dient jetzt als Verbindung am Rathaus-Center vorbei, zur Mühlenstraße oder zur heutigen Fußgängerzone Mittelstraße. Das alte Rathaus wurde an der Mittelstraße 40 im Dezember 1900 eingeweiht. 1977 feierte das Rathaus-Center daneben mit unterschiedlichsten Geschäften, Büros, Praxisräumen und einem Parkdeck darauf Eröffnung. Der Grundstein für das neue Rathaus, das zwischen altem Rathaus und der Itter entstehen sollte, wurde im September 1989 gelegt und fast 15 Monate später zogen die Stadtbediensteten und der Bürgermeister in den größeren Gebäudekomplex unter ein gemeinsames Dach. 1991 werden der Verwaltungs-Neubau und das zum „Bürgerhaus“ umgebaute alte Rathaus eingeweiht. Im Bürgerhaus werden u.a. Empfänge, Ehrungen oder kulturelle Programme im alten Ratssaal veranstaltet. Ratssitzungen finden im Dachgeschoss statt, die Galerie im Erdgeschoss lädt zu Ausstellungen bildender Künstler, und das Büro für Familie und Bildung hat hier ebenfalls seine Adresse. Besprechungsräume werden im historischen Gebäude z.B. von der Stadtmarketing GmbH oder der Volkshochschule Hilden-Haan genutzt. Nachdem es Hilden unter der Amtszeit des sehr energischen, umsichtigen und jungen Bürgermeisters Albert Koennecke 1861 gelungen war, dem „dritten Stand der Rheinischen Provinzialstände dem Kollektivverband kleiner Städte“ (Stadterhebung) durch König Wilhelm I. zugeteilt zu werden, war ein neues und repräsentatives Rathaus längst überfällig geworden! Schon seit den 1840er Jahren machte sich besonders die wachsende Zahl von Fabrikanten für eine „Stadterhebung“ stark. Koennecke, der von 1851 bis 1865 Bürgermeister in Hilden war, fasste dieses Thema intensiv beim Schopfe und stellte seine Argumentationen, auch nach Recherchen bei anderen Städten, in einer Denkschrift zusammen, die alle Vorzüge des „aufstrebenden Ortes“ Hilden vortrefflich aufzählte. Nach der Stadterhebung 1861 dauerte es zunächst noch viele Jahre bis zum Bau eines repräsentativen Rathauses an der Mittelstraße. So fand z.B. Koenneckes Amtseinführung 1851 durch den Düsseldorfer Landrat Freiherr von Frentz in der katholischen Schule an der Mittelstraße 16 statt. Einen eigenen Sitzungsraum hatte die Landbürgermeisterei nicht zur Verfügung. Der Hildener Gemeinderat tagte ab 1853 viele Jahre in einem Saal des Gasthauses „Zur Krone“ an der Mittelstraße 17. In gemieteten Räumen auf der Mittelstraße 20/22 befand sich das Bürgermeisterbüro. In dem gleichen Haus hatte Bürgermeister Koennecke auch seine Wohnung. Schon die ersten Bürgermeister Hildens, z.B. Georg von dem Busche-Ippenburg oder Albert Asbeck hatten das Verwaltungsbüro in ihren Wohnsitzen eingerichtet. Nach einer langen Vorlaufzeit mit etlichen Turbulenzen oder hitzigen Debatten um die Standortfrage, war es dann am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts soweit, dass der in Hilden geborene Architekt Walter Furthmann, seine Pläne eines Rathauses für die junge Stadt Hilden verwirklichen konnte. Nach dem Fortgang von Koennecke, den Amtszeiten von Joseph Johann Pabst, Karl Julius Wachtel und Wilhelm Ferdinand Lieven war es nun Karl Wilhelm Heitland, der als Bürgermeister die festlich gekleideten Ehrengäste und Ratsherren ins Haus zur ersten Ratsversammlung am 18.12.1900 führte. Nach einem „Kaiser-Hoch“ ging es dann zum großen Festessen aller Anwesenden in die Gaststätte „Zur Krone“. Dabei wäre die Rathaus-Einweihung fast geplatzt: drei Wochen vor der Schlusssteinlegung gab es noch keinen Antrag auf Genehmigung des Rathausbaus! Es hat ja geklappt und jetzt fehlte nur noch das offizielle Stadtwappen. Im April 1900 kam dann die Zustimmung des Königlichen Heroldsamtes Berlin zu den Wappen-Entwürfen des Zeichners Peter Wymar. Vor der Einweihung im Dezember hatten die Steinmetze, Holzbildbauer und Glaser also noch genügend Zeit das Wappen über den Haupteingang oder in die Fenster einzufügen.

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