Kleine Düsseldorfer Stadtgeschichte
Die Altstadt ist die Keimzelle des heutigen Düsseldorf. Um 1135 wird "Dusseldorp" an dieser Stelle liegend erstmals erwähnt. Der erste große Entwicklungsschub für die nur aus einer Straße, wenigen Häusern und einer kleinen St.Lambertuskirche bestehenden Siedlung erfolgte dann 1288, nachdem Graf Adolf V. von Berg in der Schlacht bei Worringen die niederrheinische Vorherrschaft des Kölner Erzbischofs Siegfried von Westerburg brechen konnte. Graf Adolf verlieh nur fünf Wochen später, am 14. August 1288, seinem rechtsrheinischen Stützpunkt Düsseldorf die Stadtrechte und legte somit den Keim für eine unabhängige städtisch-bürgerliche Entwicklung. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts vergrößerte sich die Altstadt durch die Eingemeindung umliegender Dörfer bis zu den Straßen um die heutige Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ("Vorstadt" von 1382) sowie in südlicher Richtung bis zum heutigen "Alten Hafen" ("1.Neustadt" von 1382 und "Erweiterte Neustadt" von 1394). Wenn Düsseldorf zuvor noch ein umwalltes Dorf war, wurde der Stadtcharakter nun mit der Errichtung eines geschlossenen Mauerrings auch optisch verdeutlicht. Dennoch blieb die Prosperität durch die wirtschaftliche Macht der umliegenden Ortschaften wie Köln, Neuss und Duisburg stark behindert. Dies änderte sich dann erneut 1521, als die Herzogtümer Jülich, Kleve, Mark und Berg vereinigt wurden und die damit verbundene Errichtung einer herzoglichen Residenz in Düsseldorf einen weiteren Entwicklungsschub auslöste.
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1716 starb der Kurfürst, unter dessen Herrschaft die Stadt eine Prosperität in vorher ungekanntem Ausmaß erlebte, leider kinderlos. Seine Frau ging zurück nach Italien und hinterließ eine Residenz, die erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder eine kontinuierliche Hofhaltung erleben sollte. Nachfolgende Landesfürsten bevorzugten nunmehr das prestigeträchtigere Mannheim mit einem der größten deutschen Schlossbauten. Dennoch sahen alle späteren Regierenden das Potential, welches die Stadt am Rhein in sich trug, und förderten weiterhin ihre wirtschaftliche Entwicklung und den stetigen Ausbau. Trotz des Siebenjährigen Krieges und der Besetzung durch Frankreich wuchs Düsseldorf im 18. Jahrhundert unter Kurfürst Carl Theodor weiter. Es entstanden die Schlösser Benrath und Jägerhof sowie weiträumige Stadtteile durch die Niederlegung von Stadtbefestigungen. Von herausragender städtebaulicher Bedeutung in bürgerlicher Hinsicht war die Anlage des „Alten Hofgartens“, der nicht als ein dem Adel vorbehaltener Schlossgarten konzipiert wurde, sondern als erste bürgerliche Promenade Deutschlands Düsseldorfs Ruf als Gartenstadt begründete. Ein weiterer Anziehungspunkt war gegen Ende des 18. Jahrhunderts der Wohnsitz der Familie Jacobi, die in ihrem Haus vor den Stadttoren u.a. Johann Wolfgang von Goethe zu ihren Gästen zählen durfte. Die komplette Niederlegung der Befestigungsanlagen ermöglichte dann ab 1801 die Entstehung weiterer öffentlicher Anlagen und Gärten, eine breite Allee – die heutige Königsallee – bildete den östlichen Stadtabschluss und als Prachtstrasse wurde die jetzige Heinrich-Heine-Allee angelegt. Der Architekt Maximilian Friedrich Weyhe errichtete dabei jene Grünanlagen, die immer noch zusammen mit einer Vielzahl von Parks und Plätzen eindrucksvoll das Stadtbild bestimmen. Im 19. Jahrhundert wurde dann mit der Königlich Preußischen Kunstakademie – die Rheinlande waren beim Wiener Kongress 1815 König Friedrich Wilhelm III. zugesprochen worden - eine Institution begründet, die bis in unsere Tage maßgeblich das Image der Stadt prägt. Die von ihrem Direktor Wilhelm von Schadow begründete „Düsseldorfer Malerschule“ brachte der Lehranstalt einen weltweiten Ruf ein. Ihr Prestige und damit das von Düsseldorf als Kunststadt reichte über den ganzen Kontinent bis nach Nordamerika, so dass zu den Akademieschülern neben jungen Amerikanern Studenten aus ganz Europa zählten. Gemeinsam mit den arrivierten Düsseldorfer Künstlern trafen sie sich in geselliger Runde im Künstlerverein Malkasten, der 1861 Haus und Garten der Familie Jacobi gekauft hatte und in der Folgezeit neben der Akademie kultureller wie auch gesellschaftlicher Mittelpunkt von Stadt und Region werden sollte. Aber nicht nur die bildenden Künste Düsseldorfs waren im 19. Jahrhundert prägend für ihre Zeit. Neben dem in Düsseldorf geborenen bekanntesten Sohn der Stadt, Heinrich Heine, verbrachte auch Robert Schumann mehrere Jahre am Rhein und verfasste hier mit der „Rheinischen Sinfonie“ eines seiner symphonischen Hauptwerke.
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Am Burgplatz in der Altstadt steht mit dem Schlossturm heute das letzte Zeugnis der alten, über Jahrhunderte die Rheinfront beherrschenden und 1872 abgebrannten Düsseldorfer Stadtschlossanlage. Er ist eines der Wahrzeichen der Landeshauptstadt und beherbergt heute die wertvolle Sammlung des Stadtmuseums zur Binnenschifffahrt. In unmittelbarer Nähe befinden sich neben dem Stadterhebungsmonument auch der Radschlägerbrunnen, dessen radschlagende bronzene Kinder an einen typisch Düsseldorfer Brauch erinnern, der heute im Stadtbild leider fast vollständig verschwunden ist. Genutzt wird der Burgplatz, der die Keimzelle Düsseldorfs und das Zentrum der Altstadt markiert, heute als Veranstaltungsort für die vielfältigsten Feste. Als Treffpunkt für Jung und Alt bieten sich nicht nur die zahlreichen gastronomischen Angebote rund um den Platz, sondern auch eine bauliche Besonderheit an, die sich aus der Neugestaltung des Rheinufers 1995 ergab. Die sogenannte "Spanischen Treppe", welche am Burgplatz auf 50 Metern Breite die obere und untere Promenade verbindet, hat sich als großzügiges Forum für all jene etabliert, die insbesondere bei Sonnenuntergang einen wunderbaren Blick auf beide Rheinseiten genießen wollen.
Unmittelbar am Burgplatz befindet sich mit dem Düsseldorfer Rathaus ein weitläufiger, mehrflügeliger Gebäudekomplex, der sich am ehemaligen Marktplatz in der Altstadt befindet. Seine bauhistorisch unterschiedlichen Fassaden bezeugen die permanenten räumlichen Erweiterungen, zu denen sich die Bürger ab der Mitte des 18. Jahrhunderts angesichts der zunehmender Bedeutung ihrer Stadt veranlasst sahen. Ein erster Neubau am merkantilen Zentrum der Stadt erfolgte 1570-1573, vermutlich nach einem Entwurf des herzoglichen Landesbaumeisters Maximilian Pasqualini. Davon hat sich nur noch die wunderschöne Backsteinfassade erhalten, aus deren Mitte ein fünfgeschossiger Treppenturm hervortritt, der das landsherrliche Wappen des Herzogs von Jülich-Kleve-Berg sowie das städtische Wappen zeigt.
Der Marktplatz selber wird heute für Veranstaltungen der vielfältigsten Art genutzt. Nur die ursprüngliche Nutzung findet hier aufgrund der historisch bedingten Kleinteiligkeit nicht mehr statt. Die Markthändler haben ihre Stände mittlerweile auf dem größeren Carlsplatz weiter südlich aufgestellt.
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